iPhone-Verbot für Staatsdiener
China setzt Apple-Aktie unter Druck
iPhone-Verbot für Staatsdiener
China setzt Apple-Aktie unter Druck
08.09.2023, 16:46 Uhr
Der Börsenwert der Apple-Aktien sank um mehr als 200 Milliarden Dollar.
Peking führt einen offenen Kampf gegen den US-Konzern Apple. Nach einem
Nutzungsverbot in einigen Ministerien will die Volksrepublik die
Smartphones des Unternehmens nun auch aus dem Staatsdienst verbannen.
Die Folgen machen sich bereits an der Börse bemerkbar.
Das von China angekündigte iPhone-Verbot für Staatsbedienstete hat
wenige Tage nach Bekanntwerden an der Wall Street für einen Kursturz
gesorgt. Die Apple-Aktien liegen zwar in New York rund ein Prozent im
Plus - doch hatten sie am Mittwoch und Donnerstag insgesamt 6,6 Prozent
verloren. Damit lösten sich mehr als 200 Milliarden Dollar (187
Milliarden Euro) Börsenwert in Luft auf. Allerdings hat Apple noch immer
eine riesige Marktkapitalisierung von 2,7 Billionen Dollar.
Apple
China ist der wichtigste Markt des Apple-Unternehmens außerhalb der USA.
Das neue Nutzungsverbot könnte damit für den Konzern zu einem größeren
Problem werden, warnte Neil Wilson, Chef-Analyst des Brokerhauses
Finalto. Mit einem vollständigen Verbot von iPhones rechne er zwar
nicht, dennoch werde die Affäre- gerade mit Blick auf den weitergehenden
Streit zwischen den USA und China- Apple wohl noch längere Zeit
beschäftigen und den Umsatz nicht unerheblich beeinträchtigen. Die
Volksrepublik steuert immerhin ein Fünftel zum Konzernumsatz bei.
Peking schränkt schon seit Jahren die Nutzung von iPhones durch
Regierungsbeamte in einigen Behörden ein. Inmitten anhaltender
Spannungen zwischen China und dem Westen hat die Volksrepublik nun zu
einem erneuten Schlag gegen den US-Konzern ausgeholt. Wie das japanische
Wirtschaftsblatt "Nikkei" berichtete, will China das bisherige
Nutzungsverbot für iPhones im Land ausweiten. So sollen künftig auch
Beschäftigte von Lokalzeitungen und staatlichen Konzernen die
Smartphones nicht mehr im dienstlichen Kontext nutzen dürfen.
Insiderangaben zufolge galten ähnliche Anweisungen bislang für
mindestens drei Ministerien und Behörden der Zentralverwaltung in
Peking.
Laut "Wall Street Journal" hätten die Beamten die Anweisung von ihren
Vorgesetzten in Chatgruppen oder Meetings am Arbeitsplatz bekommen. Die
Maßnahme ist der Zeitung zufolge ein weiterer Schritt, die Abhängigkeit
von ausländischer Technologie zu verringern und die Cybersicherheit zu
erhöhen. Aus ähnlichen Gründen hat auch die US-amerikanische Regierung
ihrerseits bereits zahlreiche chinesische Apps von den Handys westlicher
Behörden verbannt. Dazu zählen unter anderem die Kurzvideo-Plattform
TikTok und der Telekommunikationsausrüster Huawei.
Quelle: ntv.de, lno/rts
https://www.n-tv.de/wirtschaft/China-setzt-Apple-Aktie-unter-Druck-article24382648.html