
So wird die Starlink-Konkurrenz von
Amazon aussehen
TELEKOMMUNIKATION
So wird die Starlink-Konkurrenz von Amazon aussehen
"Project Kuiper": Konzern konkretisiert Pläne für das eigene
Satellitennetzwerk, das im ersten Halbjahr 2024 in Betrieb gehen soll
18. März 2023, 12:00
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Die Empfangseinheit des kleinsten Terminals für Amazons
Satellitennetzwerk soll weniger als ein halbes Kilogramm wiegen.
Foto: Amazon
Nicht nur die Europäische Union macht sich Gedanken zu einer Alternative
für Elon Musks Satelliteninternet Starlink. Auch im kommerziellen
Bereich meldet sich nun wieder ein Schwergewicht mit Plänen für ein
eigenes Satellitennetzwerk zu Wort: Für das "Project Kuiper" hat der
E-Commerce-Konzern Amazon nun konkretisiert, wie schnelle und
erschwingliche Breitbandverbindungen für Gemeinden ermöglicht werden
sollen.
Seit der ersten Ankündigung vor vier Jahren ist es ruhig geworden um
Amazons Satellitennetzwerk. Das Projekt, das auch von ehemaligen
SpaceX-Mitarbeitern vorangetrieben wurde, ist in der Zwischenzeit
allerdings ein weites Stück vorangeschritten. Amazon hat nun die drei
Terminals vorgestellt, die zum Start des Netzwerks verfügbar sein
werden. Eines lässt sich jetzt schon feststellen: Sie dürften deutlich
kleiner ausfallen als die Empfangshardware von Starlink.
Die drei Modelle im Überblick
Die beiden kleineren Modelle der Terminals bestehen aus einem Stativ und
einer quadratischen Empfangseinheit. Die kleinste Version misst knapp 18
Zentimeter Kantenlänge (sieben Zoll), wiegt nicht einmal ein halbes Kilo
und soll Verbindungsgeschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit pro Sekunde
erreichen.
Foto: Amazon
Das zweitgrößte Modell hat eine Kantenlänge von knapp 28 Zentimeter (elf
Zoll), wird 2,3 Kilogramm wiegen und bis zu 400 Mbit pro Sekunde
ermöglichen. Der größte Terminal, der für Behörden und Unternehmen
vorgesehen ist, verspricht ein Gigabit pro Sekunde, ist mit 48 x 76
Zentimeter (19 x 30 Zoll) unterscheidet sich deutlich von den anderen
beiden Modellen, Angaben zum Gewicht gibt es keine.
Die Terminals für Kuiper werden von einem von Amazon entwickelten
Basisband-Chip mit dem Codenamen "Prometheus" betrieben. "Prometheus"
verspricht dabei mehrere Komponenten zu vereinen zu wollen: Die
Verarbeitungsleistung eines 5G-Modemchips zu kombinieren, wie er in
modernen Smartphones zu finden ist, die Fähigkeit einer
Mobilfunkbasisstation, den Datenverkehr tausender Kunden gleichzeitig zu
verarbeiten, und die Fähigkeit einer Antenne, leistungsstarke
Punkt-zu-Punkt-Verbindungen zu unterstützen.
Bitte warten
Zum Kaufpreis und den monatlichen Kosten gibt Amazon in der offiziellen
Mitteilung noch keine Auskunft. Es heißt lediglich, dass man die
Produktionskosten des mittleren Terminals unter 400 US-Dollar drücken
wolle. Zum Vergleich: Der bereits verfügbare Konkurrent Starlink
verspricht aktuell Breitbandgeschwindigkeiten von 50 bis 200 Mbit pro
Sekunde für 85 Euro pro Monat bei einmaligen Kosten für die
Empfangseinheit von 450 Euro.
Foto: Amazon
Geduld ist generell auch noch für den Startschuss von Project Kuiper
angesagt: Die Massenfertigung der Satelliten ist erst für Ende des
Jahres geplant, finale Modelle werden in der ersten Jahreshälfte 2024
ihren Betrieb aufnehmen. Davor ist nicht mit einem Marktstart des
Satelliteninternets zu rechnen. Im Vollausbau bis 2029 sollen insgesamt
3.200 Satelliten in niedriger Erdumlaufbahn für geringe Latenzen sorgen
– und damit, wenn es nach den Wünschen von Amazon geht, Millionen von
Kundinnen und Kunden anlocken. (bbr, 18.3.2023)
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