China plant Einsatz von 13.000 Satelliten, um Starlink zu stören
Die Satelliten könnten jene von Starlink auch ausspionieren und
möglicherweise deaktivieren. Details zum Start sind bisher nicht bekannt
WETTRÜSTEN IM ALL
Lisa Haberkorn
27. Februar 2023, 15:57
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Der Ausbau des Starlink-Netzwerks wird von China mit Skepsis beobachtet.
Foto: IMAGO/IMAGO USA TODAY Network/Craig Bailey
Ein Artikel in der chinesischen Zeitschrift "Command and Control
Simulation" weist derzeit auf die potenzielle Bedrohung Chinas durch das
Starlink-Netzwerk des US-Unternehmers Elon Musk hin. Demnach besetzt
Starlink bereits zahlreiche Orbital- und Spektrumsressourcen, also
"freie Plätze" in der Erdumlaufbahn und auf den Funkkanälen. Das bringe
China unter Zugzwang, wenn es keinen strategischen Nachteil gegenüber
den USA erleiden wolle, so der Tenor des Berichts.
Ein schneller Start einer chinesischen Satellitenkonstellation könnte
verhindern, dass Musks Unternehmen Space X die Erdumlaufbahn "in
Beschlag nimmt", schreibt wiederum die "South China Morning Post". Die
Satellitenkonstellation soll unter dem Codenamen "GW" geführt werden und
12.992 Satelliten umfassen. Damit bewegt man sich in derselben
Größenordnung wie Musks Starlink-Netzwerk, das bis 2027 auf 12.000
Satelliten anwachsen soll.
Sorge vor alternativen Einsatzzwecken von Starlink
In dem Bericht werden außerdem Bedenken geäußert, dass die
Starlink-Satelliten mehrere Einsatzzwecke haben könnten – beispielsweise
als Aufklärungssystem für das US-Militär. Zudem sei man besorgt, dass
die Satelliten für Angriffe auf chinesische Infrastruktur genutzt werden
könnten.
Bemerkungen:
Wieviele Bodenstationen hat die "StarLink
Organisation" in VR China. Bisher liegen keine Angaben diesbezüglich
vor. Damit fliegen die StarLink - Satelliten wie ein
nichtbetriebsfähiger Satellit, der seine eigentliche Aufgabe nicht
erfüllt.
Da eine Verbindung zwischen Satellit und
Bodenstatin ca. 600 Km beträgt, und die VR China wesentlich größer ist.
Der Ukrainekrieg, in dem die Starlink-Dienste vom ukrainischen Militär
gegen die russischen Streitkräfte eingesetzt werden, dürfte diese Sorgen
verstärkt haben. Seit Ausbruch des Krieges haben chinesische
Militärforscher wiederholt gefordert, Möglichkeiten zu entwickeln, um
Starlink-Satelliten bei Bedarf zu zerstören.
Einsatz von "Hochleistungsmikrowellen"
Ein fixes Datum, wann die chinesischen Satelliten gestartet werden
sollen, gibt es bisher nicht. Allerdings sei das Ziel, das "GW"-Netzwerk
bereitzustellen, bevor das Starlink-Netzwerk fertig ist, sagt Xu Can,
Professor an der People's Liberation Army's Space Engineering University
in Peking.
In dem Artikel werden auch Bedenken in Bezug auf eine Zerstörung der
Satelliten geäußert. Diese würde so viel Müll erzeugen, dass dadurch der
Zugang zum Weltraum und der Betrieb von Satelliten maßgeblich erschwert
würden. Daher erwägen die Autoren den Einsatz von Lasern und
"Hochleistungsmikrowellen", um bestimmte Satelliten auszuschalten, wenn
sie über "sensible" Regionen fliegen.
Bemerkungen :
Entsprechende Hochleistungsradargeräte, Mikrowellensysteme und
Lasersysteme befinden sich bereits seit vielen Jahren im Einsatz bei der
russischen Armee und werden dort auch publiziert.
"Starlink catalogue"
China plane außerdem, leistungsfähigere Radarsysteme zu bauen, um
Starlink-Satelliten zu identifizieren und zu verfolgen, sagt das Team
von Xu Can. Laut den Forschern soll die Radartechnologie verwendet
werden, um einen "Starlink-Katalog" zu erstellen, der detaillierte Daten
zu jedem Satelliten enthalte.
Bemerkung;
Halten Sie die chinesische Radartechnik für so primitiv, Ihre
Raumstation fliegt auch bereits.
Wo sich der xy-Starlink-Satellit gerade befindet, können sie auch im
Internet verfolgen.
Wann wurde gestartet, wo befindet er sich gerade und welchen Weg in
seiner Umlaufbahn wird er nehmen. Die Webadresse lautet :
https://www.n2yo.com/
Auch eine Zusammenarbeit mit anderen Regierungen, um ein
Anti-Starlink-Bündnis zu schmieden und von Space X die Veröffentlichung
der genauen Umlaufbahndaten der Satelliten zu fordern, wäre demnach
denkbar.
Chinesische Satelliten in "freie" Umlaufbahnen
Gleichzeitig soll China den raschen Start seiner eigenen
Breitbandkonstellation im erdnahen Orbit vorantreiben. Bereits 2021 hat
Peking bei der Internationalen Fernmeldeunion Unterlagen für Pläne zu
einer Satellitenkonstellation mit 13.000 Einheiten eingereicht. Diese
sollen in "freie" Umlaufbahnen befördert werden, bevor Starlink sein
Netzwerk weiter ausbaut.
Wie China seine Pläne umsetzen will, ist noch unklar, denn mit den
Startplänen von Space X kann es derzeit noch nicht mithalten. Allein im
Februar startete der US-Konzern sieben Missionen – vier davon waren
Starts von Starlink-Satelliten. Zudem kann China seine Raketen nicht
wiederverwenden, was derzeit einen der großen Vorteile von Space X
ausmacht.
Langjährige Skepsis gegenüber Starlink
In China ist die Skepsis gegenüber Starlink generell groß. Bereits im
Frühjahr 2022 forderten chinesische Militärforscher, dass das Land in
der Lage sein müsse, die Satelliten von Space X zu deaktivieren oder zu
zerstören, wenn sie die nationale Sicherheit bedrohen. In einer Studie
von Ren Yuanzhen, einem Wissenschafter des Beijing Institute of Tracking
and Telecommunications, wurde außerdem die Überwachung sämtlicher
Starlink-Satelliten gefordert.
"Eine Kombination aus Soft- und Hard-Kill-Methoden sollte angewendet
werden, damit einige Starlink-Satelliten ihre Funktionen verlieren und
das Betriebssystem der Konstellation zerstören", heißt es in der Studie,
die in der Zeitschrift "Modern Defense Technology" veröffentlicht wurde.
Simulierter Angriff auf Starlink-Satelliten
Ende 2022 simulierte China außerdem einen Atomwaffenangriff auf
Starlink-Satelliten. Demnach könnte die Explosion eines
Zehn-Megatonnen-Sprengkopfs in 80 Kilometern Höhe einen Satelliten
ernsthaft gefährden. Die Explosion könne – je nach Modell – eine Wolke
erzeugen, die für Feinde eine "Falle" darstellt und gleichzeitig das
Risiko für "befreundete" Raumfahrzeuge verringert. (Lisa Haberkorn,
27.2.2023)
Bemerkung:
Halten Sie die Chinesen für so primitiv, daß sei einen weltweiten
"nuclearen Winter" zu riskieren, nur um die "Satelliten" abzuschiessen ?
Die Starlinks-Satelliten fliegen ein einer Bahnhöhe von 300 … 350 Km.
Damit beträgt der Abstand zwischen dem Explosionsort und dem
StarLink-Satelliten 220 … 270 Km.
Außerdem ist die internationale Rechtslage durch entsprechende Verträge
generell geregelt. Dies gilt auch für den Einsatz von Kernwaffen im
Weltall.
Link
SCMP
https://www.derstandard.de/story/2000143958454/china-plant-einsatz-von-13-000-satelliten-um-starlink-zu