
Große Kommunikationsverluste
Starlink-Satelliten fallen an Frontlinien oft aus
Große Kommunikationsverluste
Starlink-Satelliten fallen an Frontlinien oft aus
5c131c0fea4963a858fd828018a2c34c.jpg
Die Soldaten an der Front sind auf diese Kommunikation dringend
angewiesen.
(Foto: AP)
Für die Kommunikation der ukrainischen Truppen spielen die
"Starlink"-Satelliten eine entscheidende Rolle. Doch während der
derzeitigen Offensive kommt es immer wieder zu Ausfällen der Satelliten
der Firma SpaceX, berichtet die "Financial Times". Dahinter werden
mehrere Szenarien vermutet.
In der Ukraine solle es zuletzt vermehrt zu Ausfällen bei den
"Starlink"-Satelliten der Firma SpaceX gekommen sein. Das berichtet die
"Financial Times" unter Berufung auf Berichte ukrainischer Truppen.
Diese beklagen demnach immer wieder Ausfälle bei der Kommunikation über
die Starlink-Satelliten von Elon Musks Firma.
Viele der Probleme seien aus den Regionen Cherson und Saporischschja
gemeldet worden, wenn die Frontlinien in die von Russland kontrollierten
Gebiete überschritten worden seien, schreibt die Zeitung unter Berufung
auf einen ukrainischen Regierungsbeamten. Auch die Frontlinie im Osten
von Charkiw, Donezk und Luhansk, sei betroffen. In genau diesen Regionen
machte die Ukraine zuletzt starke Fortschritte. Teils hätten die
Ausfälle zu einem "katastrophalen Kommunikationsverlust" geführt, so der
Beamte. Soldaten hätten auf Notrufnummern ausweichen müssen. Auch
westliche Militärbeamte bestätigten Ausfälle, wollten ihre Angaben
gegenüber der Zeitung aber nicht ausführen.
Die Starlink-Terminals hat SpaceX teils gespendet, zum Teil wurden sie
auch von der US-Regierung gekauft oder über Crowdfunding finanziert. Sie
stellen seit vielen Monaten den Internetzugang in der Ukraine sicher und
unterstützen die ukrainischen Truppen auch bei der Kriegsplanung.
Geheimvereinbarung mit Putin?
Der Koordinator einer Stiftung, die Satellitensysteme spendet, geht von
einem Abstimmungsfehler aus. Starlink schalte die Systeme mutmaßlich ab,
um die Nutzung durch russische Truppen zu verhindern. Militärbeamte in
der Ukraine fürchten jedoch eine geheime Vereinbarung zwischen
SpaceX-Chef Musk und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Die
Wochenzeitung "The Economist" vermutet, dass Putin Musk dazu bewegen
könnte, den Zugriff auf "Starlink" für die Ukraine komplett
zurückzuziehen. Eine Anfrage für einen Zugriff von der annektierten
Halbinsel Krim aus soll er ukrainischen Angaben zufolge bereits verwehrt
haben.
Anfang der Woche hatte Musk für Aufsehen gesorgt, als er auf Twitter
Umfragen zu möglichen "Friedensplänen" für die Ukraine startete. Die
Vorschläge zeigten starke Ähnlichkeiten zu den Forderungen des Kremls.
Die ukrainische Seite zeigte sich entrüstet über die Tweets.
Musk und SpaceX reagierten bisher nicht auf die Berichte über die
Kommunikationsausfälle. Musk twitterte lediglich: "Was auf dem
Schlachtfeld passiert, das ist geheim." Er sagte, "nur ein kleiner
Prozentsatz" der für die Ukraine bereitgestellten Starlink-Terminals und
-Dienste sei gekauft worden, und fügte hinzu: "Diese Operation hat
SpaceX 80 Millionen US-Dollar gekostet und wird bis Ende des Jahres 100
Millionen US-Dollar überschreiten."
https://www.n-tv.de/politik/Starlink-Satelliten-fallen-an-Frontlinien-oft-aus-article23636988.html