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Zero-Days: Sicherheitsforscher sehen
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Zero-Days: Sicherheitsforscher sehen rasanten Anstieg bei besonders gefährlichen Lücken

2021 wurde der bisherige Rekord mehr als verdoppelt. Googles Project Zero sieht das Problem trotzdem woanders: "Wir machen es Angreifern noch immer sehr einfach"


Die Zero-Click-Angriffe der NSO Group gegen iMessage waren im Vorjahr die einzigen, die Googles Project Zero Respekt abverlangen. Der Rest der entdeckten Zero-Day-Lücken sei geradezu erschreckend banal.

Foto: JACK GUEZ / AFP
Unerfreulich sind Sicherheitslücken immer. Schließlich will niemand, dass Angreifer einfach so entsprechende Sperren austricksen und dabei im schlimmsten Fall an sensible Daten gelangen können. Entsprechend wichtig ist es, dass nicht nur die betroffenen Hersteller rasch reagieren, sondern auch die Nutzer alle Updates umgehend einspielen.

Was ich nicht weiß ...
Ein Ratschlag, der bei Zero-Day-Lücken (oder auch: 0-day) allerdings ins Leere läuft, handelt es sich dabei doch um eine besonders gefährliche Unterkategorie von sicherheitsrelevanten Problemen – jene Lücken, die ohne Wissen des Herstellers und somit auch ohne Existenz eines fehlerbereinigenden Updates bereits aktiv ausgenutzt werden.

In einem neuen Blogeintrag widmet sich die Sicherheitsforscherin Maddie Stone von Googles Project Zero nun diesem Thema im Detail. Demnach wurden im Jahr 2021 mehr 0-days bekannt als je zuvor – und zwar mit Abstand. Mit 58 Stück wurde damit der bisherige Rekord aus dem Jahr 2015 (28) mehr als verdoppelt.

Analyse
Stone warnt in dem Zusammenhang allerdings vor voreiligen Schlüssen. Das bedeute nämlich keineswegs, dass sich die Sicherheitslage generell verschlechtert habe. Das Wachstum sei nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass in früheren Jahren viele Zero-Days schlicht nicht als solche ausgewiesen wurden.
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Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache – aber auch eine, die gut erklärt werden muss, um sie zu verstehen.
Grafik: Google
Ein Teil des Anstiegs ergebe sich etwa daraus, dass seit Ende 2020 / Anfang 2021 sowohl Apple als auch Google bei ihren mobilen Betriebssystemen – also iOS und Android – 0-days extra kennzeichnen. Zuvor wären solche Lücken oft ohne Hinweis auf die aktive Ausnutzung im Vorfeld geschlossen worden. Das wären allein schon zwölf Lücken, die sonst in der Statistik gar nicht aufgetaucht wären.

Aufteilung
Ein beliebtes Angriffsziel bleiben dabei Browser. Das ist auch wenig überraschend, sind diese doch oft ein guter Weg, um mithilfe manipulierter Webseiten in Smartphones oder PCs einzubrechen. Entsprechend entfallen 14 der entdeckten Zero-Days auf Chrome/Chromium und sieben auf Safari/Webkit. Zehn Zero-Day-Lücken wurden im Vorjahr hingegen für Windows gemeldet. Eine Premiere: 2021 wurde erstmals ein Zero-Day bei Mac OS öffentlich bekannt.

Alles viel zu einfach
Eine weitergehende Analyse der einzelnen Lücken entlockt der Sicherheitsforscherin trotzdem ein ziemlich ernüchterndes Fazit: "Wir machen es Angreifern noch immer sehr einfach." Denn wer glaubt, dass solche 0-days, die oft um Preise im sechsstelligen Dollar-Bereich gehandelt werden, besonders gefinkelt sind, der irrt.

Bei fast zwei Dritteln aller im Jahr 2021 entdeckten Zero-Days handelt es sich um simple Speicherfehler, wie sie in der Programmierung mit Hochsprachen wie C / C++ oft vorkommen. Zudem würden sich unter den gefundenen 0-days viele Variationen früherer Attacken finden. Das könnte zwar auch daran liegen, dass man andere solche Attacken bisher schlicht nicht findet, trotzdem gebe es hier noch viel Verbesserungsbedarf für die Industrie.



https://www.derstandard.de/story/2000135087158/zero-days-sicherheitsforscher-sehen-rasanten-anstieg-bei-besonders-gefaehrlichen-luecken