Militär-Satelliten-Systeme sind einfach zu hacken
19. April 2014, 16:21Kommunikation kann gestört und sogar abgeschaltet
werden und natürlich abgehört werden-
Hersteller wissen über Mängel bereits länger Bescheid
Ein Großteil der Militärsatelliten-Systeme weist
massive Sicherheitsmängel auf, die ausgenützt werden können, um unter
anderem Militäroperationen zu stören. Dies konnte die Sicherheitsfirma
IOActive aufdecken, die sich mit den Systemen von verschiedenen Herstellern
auseinander gesetzt hat. Bereits im Jänner stieß das "Computer Emergency
Response Team" einer US-Universität auf eine Vielzahl von
Sicherheitsschwachstellen. Mit den
neuesten IOActive-Funden von Mittwoch drängt sich nun die Frage auf, ob die
Hersteller all die Lücken ignorieren, da die Systeme laut der
Sicherheitsfirma einfach zu hacken sind. Eigentlich sollten diese für die
Sicherheit der Militärflieger, -schiffe und Soldaten sorgen.
Kommunikation kann gestört und abgeschaltet werden
Die Mängel gehen größtenteils auf die Broadband
Global Area Network-Satelliten (BGAN) zurück, die das Militär für Internet
und Sprachverbindungen verwendet. Die NATO verwendet diese beispielsweise.
Laut IOActive ist es für Hacker möglich, bösartige Software auf den
Empfangsgeräten zu installieren. Mit dieser kann der Soldat dann geortet
werden. Eine komplette Abschaltung des Systems ist weiters möglich.
Bei Schiffen und Flugzeugen kann die
Kommunikation ebenso gestört werden, sodass beispielsweise wichtige
Informationen nicht empfangen werden.
Wie bereits durch andere Hackergruppen
nachgewiesen wurde, lassen sich Autos in den Straaengraben lenken und noch
anderes mehr. Flugzeuge lassen sich gleichfalls beeinflussen
Mängel bereits seit zwei Jahren
Laut einem IOActive-Sicherheitsforscher sollen die
Mängel bereits seit zwei Jahren bestehen. Bisher hat nur ein Hersteller
bestätigt, dass an einer Lösung gearbeitet wird. Auf Anfrage des Guardians
reagierten die restlichen Unternehmen bisher nicht. Auch IOActive zeigt sich
enttäuscht vom Schweigen der Hersteller: "Normalerweise erhält man bei
derartigen Funden eine Antwort. Dies ist das erste Mal, dass wir so ein
Verhalten erleben".
(red, derStandard.at, 19.04.2014)
Link
Guardian - Crucial military satellite systems are
vulnerable to hacking, experts say
Bemerkungen:
Die hier offenbarten Fakten der Satellitenkommunikation sind den
Nachrichtendiensten seit vielen Jahren bekannt.Sie offenbaren eine
systemkritische Schwachstelle, der beim Entwurf der Systeme nicht
die erfoderliche Beachtung geschenkt wurde.
So lange sich diese Systeme mit Hilfe der Satelliten- gestützter
Kommunikation im orbitalen Betrieb befinden, ist mit einer
Beseitigung dieser Schwachstellen nicht zu rechnen.
Denn der erforderliche finanzielle Aufwand für neue Satelliten,
einer neuen Programmierung sowie der Aufwand in den Endgeräten
stellt aus heutiger Sicht einen Milliarden - Betrag dar. Auch
verbunden mit der Tatsache, dass diese Gelder umsonst verausgabt
wurden, da auf Grund des technischen Fortschritts neuere und
effektivere Methoden zum Einbruch in diese Systeme entwickelt
wurden.
Die in diesem Beitrag enthaltenden Schwachstellen, sind nur auf
primitive Formen der Kommunikation beschränkt, sie umfassen auch die
Bereiche wie Informationsmanipulation, Einspielung von Falsifikaten,
das breit Spektrum der Manipulation von Kommandobefehlen bis hin zur
gerichteten Steuerung von Aktivitäten. Hierbei sind dies nur
einzelne Bereiche eines sehr grossen Spektrums.